4. Jul, 2022Hamburg, Import-See

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Monaten macht der Containerumschlag im Hamburger Hafen negative Schlagzeilen und eine Verbesserung der Situation ist für die Kunden des Hafens derzeit leider nicht in Sicht. Obwohl der jährliche Containerumschlag in Hamburg immer noch wesentlich geringer ist als vor der Finanzkrise im Jahr 2008, sind die Terminalbetreiber nicht in der Lage, die Schiffe zügig und planmäßig abzufertigen. Für die Spediteure und Bahnoperateure ist das Zeitfenster für die Anlieferung von Export-Containern vor der Ankunft des jeweiligen Schiffes extrem reduziert, da die Kapazitäten für Containerstellplätze in den Terminals nicht ausreichen. Auch die Abnahme von Import-Containern verzögert sich vor allem aufgrund von Schiffsverzögerungen regelmäßig um etliche Tage und macht eine vorausschauende Transportplanung und Importverzollung kaum mehr möglich.

Ursächlich für die Kapazitätsengpässe an Container-Stellplätzen sind für die Betreiber der Containerterminals vor allem nicht zeitnah nach der Entladung aus den Seeschiff abgenommene Import-Container. Mit der HHLA hat nun der erste Terminalbetreiber für seine 3 Hamburger Terminals CTA, CTB und CTT weitere Maßnahmen beschlossen, um die Verweildauer von Import-Containern an den Seeterminals möglichst zu reduzieren. 

Zusätzlich zu den bereits geltenden hohen Lagergeldern und Demurrage-Charges seitens der Reedereien wird die HHLA mit Wirkung ab 1.7.2022 folgende Zuschläge zur Abrechnung bringen:

  • Verweildauer-Zuschlag – gerechnet vom 5. Tag nach Entladeende aus dem Seeschiff –  zu EUR 50,- / TEU per Tag
  • Longstanding Zuschlag – gerechnet ab dem 10. Tag nach Entladeende aus dem Seeschiff  für die Umfuhr per LKW zu einem separaten Terminal außerhalb des Hafens zu EUR 300,- per Container.

 

Von diesem Container-Außenlager kann bei der späteren Abnahme durch den Importeur allerdings keine Bahnverladung stattfinden. Soll der Transport des Containers zum Empfänger anschließend per Bahn bzw.  im kombinierten Verkehr erfolgen, muss der Container in Hamburg dann per LKW zum Bahnterminal umgefahren werden, was wiederum mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Der Terminalbetreiber HHLA wird diese Zusatzkosten übrigens zunächst an die Reedereien zur Abrechnung bringen. Wann und in welcher Höhe die Reedereien diese Zusatzkosten an die Kunden weiterbelasten, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Da jede Reederei individuelle Umschlagsvereinbarungen mit den Betreibern der Containerterminals vereinbart hat, wird es sicherlich eine gewisse Zeit dauern. bis bekannt ist, wie die Kosten an die Importeure bzw. Ladungseigner weiterbelastet werden.

Den Wortlaut dieser Maßnahmen der HHLA können Sie hier lesen

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen diese Zusatzkosten für Import-Container mit längerer Verweildauer ggf. per Auslage in Rechnung stellen müssen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte gern an Ihren gewohnten Ansprechpartner bei der NAVIS.

 

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