30. Sep, 2019 | NAVIS

Güterverkehr und Logistik sind Grundpfeiler für den internationalen Handel und die globale arbeitsteilige Wirtschaft. Die Verkehrsleistung nimmt seit Jahren beständig zu, da Industrie, Handel und Konsumenten heute eine permanente Verfügbarkeit von Produkten und Waren zu jeder Zeit an jedem Ort erwarten. Der Verkehr bleibt damit ein größerer Emittent von Treibhausgasen. Spezifische Emissions-Reduktionserfolge infolge technischer Innovationen und logistischer Prozessverbesserungen werden bislang durch eine steigende Güterverkehrsleistungsnachfrage und einem rasant wachsenden Anstieg des globalen Individualverkehrs immer wieder kompensiert.

Die NAVIS organisiert als Anbieter von Speditions- und Logistikdienstleistungen nationale und internationale Gütertransporte. Den damit verbundenen Umweltauswirkungen in den Bereichen Energie, Luft, Wasser, Boden, Abfall und Lärm sind wir uns bewusst. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Umweltbelastungen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu verhindern oder, wo dies nicht möglich ist, zumindest zu minimieren.  Wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz und werden in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, unsere Prozesse – unter anderem mit digitalen Anwendungen – kontinuierlich auf Effizienz und Umweltverträglichkeit zu optimieren.

Der Klimaschutz im Güterverkehr ist aber in erster Linie abhängig von den Innovationen des Schiffbau, der Luftfahrt- und Nutzfahrzeugindustrie und des Energiesektors sowie von den Vorgaben der Politik und internationalen Institutionen. So arbeitet im Seeverkehr die International Maritime Organization (IMO) seit längerem daran, schädliche Auswirkungen der Schifffahrt auf die Umwelt zu verringern. Mit dem MARPOL-Übereinkommen „IMO 2020“ zur Verringerung der Schiffsemissionen wurde festgelegt, dass ab dem 1. Januar 2020, ausschließlich Treibstoffe an Bord der Schiffe verwendet werden dürfen, die einen Schwefelgehalt von maximal 0,5 % statt wie bisher von 3,5 % haben dürfen.

Die Berechnung von Treibhausgasemissionen und des Energieverbrauchs im Güterverkehr und Logistik sind eine Erkenntnishilfe und Grundlage, um Emissionen zu senken. Erst wenn das tatsächliche Ausmaß der selbst verursachten Emissionen festgestellt werden kann, ist es daraus anschließend möglich, Reduzierungs-, bzw. Vermeidungsstrategien abzuleiten.

Für die Berechnung der Klimabilanz (Carbon Footprint) einer Einzelsendung nutzt die NAVIS das Tool EcoTransIT World. EcoTransIT World identifiziert die Auswirkungen des Güterverkehrs in Bezug auf den direkten Energieverbrauch und die Emissionen beim Betrieb von Fahrzeugen zum Transport von Gütern. Die Berechnungen beziehen aber auch den indirekten Energieverbrauch sowie indirekte Emissionen mit ein (die bei Erzeugung, Transport und Verteilung der Energie anfallen), die für den Betrieb der Fahrzeuge benötigt werden.

Entscheidend für den globalen Klimaschutz sind jedoch vor allem nachhaltige Maßnahmen der politischen Entscheidungsträger in der ganzen Welt. Die NAVIS begrüßt daher die Verständigung der deutschen Bundesregierung auf Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030. Damit der Logistikstandort Deutschland aber nicht einseitig belastet wird, müssen die gesetzlichen Hebel – CO2-Steuer, Einbindung des Verkehrs in ein Emissionshandels-System oder andere Maßnahmen – mindestens europäisch, wenn nicht im Globalen angelegt werden. Die nächsten zehn Jahre werden über das Gelingen einer Verkehrswende entscheiden. Ob das Null-Emissionsszenario bis zum Jahr 2050 (Clean Cargo) erreicht werden kann, wird neben dem Innovationsvermögen der Industrie deshalb auch von einer erfolgreichen Energiewende abhängen.

Für etwaige Rückfragen zu diesem Thema steht Ihnen unser Umwelt-Managementbeauftragter Herr Heino Beimgraben – Tel. (040) – 789 48 – 280 / E-Mail: HB@navis-ag.com jederzeit gern zur Verfügung.