
Warentransportversicherungen sind ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements für Unternehmen, die regelmäßig Waren und Güter versenden oder empfangen. Ob Transportmittelunfall, Diebstahl, Brand, Falschauslieferung, Beschädigung, verspätete Anlieferung oder auch Piraterie, Zollbeschlagnahme, Streik, Terror oder Krieg: Der Transport von Gütern birgt zahlreiche Risiken. Eine Warentransportversicherung ist nicht selten existenzsichernd.
Wird ein Transport von einem gewerblichen Verkehrsträger – beispielsweise durch einen Spediteur oder Frachtführer – durchgeführt, so sind nicht alle Risiken durch dessen gesetzliche Haftung oder den Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen 2017 (ADSp 2017) abgedeckt oder die gesetzliche bzw. ADSp 2027-Haftung ist im Einzelfall der Höhe nach nicht ausreichend. Im Falle eines unabwendbaren Ereignisses besteht beispielsweise keine Haftung. Ebenso sind gesetzliche Regelhaftungssätze regelmäßig bei höherwertigen Gütern nicht ausreichend.
Für Verlader empfiehlt es sich deshalb eine Warentransportversicherung abzuschließen. So lassen sich Waren und Lieferketten effektiv absichern, Schäden werden schnell und unkompliziert abgewickelt und Kundenbeziehungen nicht beeinträchtigt
Die wichtigsten Gründe, warum eine Warentransportversicherung so wichtig ist, sind im Detail wie folgt:
1.) Umfassender Schutz (Allgefahrendeckung): Eine Warentransportversicherung schützt Güter nicht nur während des eigentlichen Transports bis zum vereinbarten Lieferort, sondern oftmals auch bei Zwischenlagerungen gegen fast alle Risiken (Allgefahrendeckung), einschließlich Diebstahl und Vandalismus.
2.) Schutz vor politischen Risiken: Kriege, Streiks und Terrorismus sind Bedrohungen, die internationale Transporte empfindlich treffen können. Eine Waren-Transportversicherung bietet hier Schutz, indem sie Schäden absichert, die durch solche politischen Risiken während See- oder Lufttransporten entstehen können. In besonders kriegsgefährdeten Regionen wie gegenwärtig im Persischen Golf und der Straße von Hormus kann der Versicherungsschutz für die Risiken Krieg, Streik, Beschlagnahme allerdings ausgeschlossen werden.
3.) Havarie-Grosse: Besonders in der See- und Luftfracht kann die sogenannte „Große Haverei“ existieren. Hierbei werden Kosten für die Rettung des gesamten Schiffes und der Ladung anteilig auf alle Eigentümer der transportierten Güter umgelegt. Diese Kosten können immens sein und lassen sich über die Warentransportversicherung absichern.
4.) Incoterms: Incoterms regeln, wann und wie Gefahr und Kosten zwischen Käufer und Verkäufer übergehen. Bei den Klauseln CIF (Cost, Insurance, and Freight) und CIP (Carriage and Insurance Paid to) ist der Verkäufer verpflichtet, eine Transportversicherung zugunsten des Empfängers abzuschließen. Hierbei stellt die Waren-Transportversicherung den erforderlichen Schutz sicher.
5.) Akkreditvgeschäfte: Bei internationalen Handelsgeschäften, die auf einem Waren-Akkreditiv basieren, ist eine Waren-Transportversicherung oft unerlässlich. Die Akkreditiv-Bank des Importeurs verlangt ein Versicherungszertifikat des Transportversicherers, ohne dass das Geschäft nicht zustande kommt. Hierbei ist es wichtig, dass die Versicherung internationale Standards erfüllt.
Fazit:
Für Verlader, die im nationalen oder internationalen Handel tätig sind, ist eine Waren-Transportversicherung ein unverzichtbarer Schutz. Sie deckt nicht nur offensichtliche Risiken ab, sondern bietet auch bei komplexen, oft unterschätzten Szenarien umfangreiche Absicherung und Unterstützung.
Die NAVIS bietet für Kunden den Abschluss einer Warentransportversicherung über die Schunck GmbH an. Bei Fragen wenden Sie sich bitte gern jederzeit an Ihren gewohnten Ansprechpartner bei der NAVIS.


