14. Apr, 2021Export-See, Import-See

Das Tauziehen um das Containerschiff  “Ever Given” geht weiter. Der riesige Containerfrachter, der über sechs Tage den Suezkanal versperrt  hatte, liegt nun an der Kette. Ägypten fordert von dem japanischen Besitzer Shoei Kisen Schadenersatz in Höhe von ca. 900 Mio. US Dollar.  Die Japaner verhandeln nun über die Schadenersatzforderungen der Ägypter, unter anderem mit der taiwanesischen Reederei Evergreen, die die “Ever Given” betreibt. Durch den heutigen Arrest der “Ever Given” durch die ägyptische Regierung wird sich die Weiterfahrt des Containerschiffes auf unbestimmte Zeit weiter verzögern. 

Am 01. April 2021 hat der japanische Eigner des Schiffes „EVER GIVEN“, Shoei Kisen Kaisha, Havarie-grosse (General Average) erklärt. Als Dispacheur wurde das Unternehmen Richards Hogg Lindley Ltd bestellt. Das bedeutet, dass die Ladungsbeteiligten vor Empfangnahme der Container bzw. Ladung einen Einschuss zu leisten haben. Ladungsbeteiligte sind in diesen Falle die Importeure in Europa und die Exporteure in Asien. Der geschätzte Wert von Schiff, Fracht und Ladung wird den voraussichtlichen Havariegrosse-Kosten gegenübergestellt. Der sich hieraus ergebende Prozentsatz (nach oben aufgerundet), ist die vorläufige Quote, die die Beteiligten sofort zu zahlen haben. Die Endabrechnung per Dispache erfolgt nach der genauen Feststellung der Beitragswerte. Die Kosten für den Einschuss werden in aller Regel von der Transportversicherung übernommen. 

Das am 23.03.2021 im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff «Ever Given» wurde nach einer tagelangen Blockade am Montag, den 29.03.2021 um 15:05 Uhr Ortszeit mit der Springflut bei Vollmond wieder freigeschleppt  und ankert seitdem im Großen Bittersee. Die “Ever Given” befand sich auf der Reise von Ost-Asien nach Nordeuropa.

Zwischenzeitlich wurde der Rückstau von über 400 Schiffen an beiden Seiten des Kanals abgebaut. Trotz der Freigabe des Suezkanals ist weiterhin mit massiven Schiffsverzögerungen sowohl für Export-Verladungen in Richtung Asien als auch für Importe aus Asien zu rechnen. Weil das Ende der Havarie nicht absehbar war, begannen Reedereien in den vergangenen Tagen, zudem ihre Frachter um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas herum fahren zu lassen.

Damit rollt eine gigantische Frachtwelle auf die europäischen Häfen, aber auch auf die Häfen in Asien zu. Es wird nicht möglich sein, alle in etwa zur selben Zeit ankommenden Schiffe nun in etwa zur selben Zeit zu löschen. Zudem fehlen bald schon wieder Hunderttausende Container im Handel zwischen China und Europa, da der Verkehr viel langsamer verläuft, als die Logistiker es planen konnten.

Die “Ever Given” der taiwanesischen Reederei „Evergreen Marine“ blockierte mit dem Suezkanal eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Die bis zu 224.000 Tonnen schwere und 400 Meter lange „Ever Given“ gehört zu den größten Containerschiffen der Welt. Der Hafenbehörde zufolge war er im Zuge eines Sandsturms bei starkem Wind manövrierunfähig geworden, vom Kurs abgekommen und in der Nähe der Hafenstadt Suez auf Grund gelaufen.

Der 1869 eröffnete Suezkanal dient vor allem der Erleichterung der Handelsverbindungen zwischen Asien und Europa. Durch die 196 Kilometer lange Wasserstraße fließen rund 12 Prozent des globalen Frachtvolumens und etwa 30 Prozent des Containervolumens. Im vergangenen Jahr passierten der Kanalbehörde zufolge fast 19.000 Schiffe und damit durchschnittlich fast 52 Schiffe pro Tag die Wasserstraße. Die alternative Route um die Südspitze Afrikas dauert gut eine Woche länger.

Die NAVIS wird Ihre Kunden über den Status der Sendungen von und nach Asien informiert halten.

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