8. Nov, 2018 | Hamburg

Am 6. November 2018 fand im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses ein Senatsempfang aus Anlass des 100. Todestages von Albert Ballin statt. Festredner war Dr. Peter Tschentscher, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Ebenfalls waren zu diesem Festakt der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende der NAVIS AG, Walter Stork sowie der Vorstandsvorsitzende Remo Stork eingeladen.

Als Generaldirektor der Reederei Hapag baute Albert Ballin Anfang des 20. Jahrhunderts das boomende Frachtgeschäft aus und machte Hapag damals zur größten Reederei der Welt. Bereits in den Jahren zuvor entwickelte Ballin für Hapag das Geschäft mit den Schiffspassagen für Auswanderer nach Übersee und gilt auch als Erfinder von Kreuzfahrten.

Allerdings traf ihn der Erste Weltkrieg hart. Nun lagen die Schiffe der Hapag untätig im Hafen, wurden im Ausland interniert oder von der Marine beansprucht. Der weltumspannende Handelsverkehr war zusammengebrochen. Ballins Versuche, Friedensverhandlungen zu vermitteln, scheiterten 1917 mit dem uneingeschränkten U-Boot-Krieg. Auch Kaiser Wilhelm II. zu politischen Reformen zu bewegen, gelang  ihm nicht. Angesichts der Zerstörung seines Lebenswerks resignierte Ballin schließlich. Als auch in Hamburg die Revolution begann und meuternde Matrosen sein Kontor besetzten, vergiftete er sich vermutlich mit einer hohen Dosis Medikamenten. Er starb am 9. November 1918 in einer Hamburger Klinik, zur selben Mittagsstunde, in der Philipp Scheidemann in Berlin die Republik ausrufte und der Kaiser abdanken musste.

Die Reederei Hapag fusionierte 1970 mit dem Norddeutschen Lloyd. Heute zählt Hapag-Lloyd zu den weltweit führenden Containerreedereien. Im Hamburger Stadtteil Veddel existiert seit 2007 die “BallinStadt – das Auswanderermuseum Hamburg“. Das Museum befindet sich am Ort der früheren Auswandererhallen, deren Bau Albert Ballin damals veranlasst hatte.

Bild: Hamburgs Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher im Zuge seiner Festrede. (Quelle & Copyright: Remo Stork / NAVIS AG)