30. Aug, 2019 | Export-See, Import-See

Die Seeschifffahrt bildet das Rückgrat für den Welthandel und ist somit eine der Voraussetzungen für die globale wirtschaftliche Entwicklung. Schiffe produzieren aber auch Emissionen. Weltweit soll die Schifffahrt für den Ausstoß von etwa einer Mrd. Tonnen Kohlendioxid verantwortlich sein, was 3 % der gesamten vom Menschen verursachten CO2-Emissionen entspricht. Zudem verursacht sie circa 15 % der globalen Stickoxidemissionen und 13 % der Schwefeldioxidemissionen.

Seit den 1960er Jahren arbeitet die International Maritime Organization (IMO) daran, schädliche Auswirkungen der Schifffahrt auf die Umwelt zu verringern. Mit dem MARPOL-Übereinkommen zur Verhinderung der Meeresverschmutzung durch Schiffe IMO 2020 wurde nunmehr festgelegt, dass ab dem 1. Januar 2020, ausschließlich Treibstoffe an Bord der Schiffe verwendet werden dürfen, die einen Schwefelgehalt von maximal 0,5 % statt wie bisher von 3,5 % haben dürfen.

In bestimmten küstennahen Emission Control Areas (ECAs) gelten zudem spezielle Umweltrichtlinien zu Emissionen und der Abfall- und Brauchwasserentsorgung. Zu den ECAS zählen derzeit unter anderem: Ostsee, Nordsee, Küstengebiete von Kanada und den USA. Innerhalb der ECAs von Nord- und Ostsee darf seit dem 1. Januar 2015 der Anteil von Schwefel im Treibstoff nur maximal 0,1 Prozent betragen. Geplant sind weitere ECAs für den gesamten Mittelmeerraum und Japan. Die Einrichtung weiterer ECAs rund um Alaska, Australien, Südkorea und dem Schwarzen Meer befindet sich noch in der Diskussion.

Neben dem Einsatz von schwefelärmeren Treibstoffen kommen derzeit zwei weitere Umwelttechniken zur Reduzierung von Schadstoffemissionen in der Schifffahrt zum Einsatz: Abgasreinigungssysteme zur Entschwefelung (sogenannte Scrubber) sowie die Verwendung von schadstoffärmeren Liquefied Natural Gas (LNG).

Die Umsetzung der IMO 2020 – Vorschrift, ab 1. Januar 2020 in der Schifffahrt nur noch Treibstoffen mit einem Schwefelgehalt von maximal 0,5 % zu verwenden, wird für die Reedereien bei der Beschaffung zu nicht unerheblichen Kostensteigerungen führen. Demzufolge wird es in allen Fahrtgebieten zu einer Erhöhung der Seefrachtraten kommen. Die NAVIS steht mit den Reedereien in regelmäßigem Kontakt und wir werden unsere Kunden entsprechend informieren, sobald die Zuschläge für schwefelarmen Treibstoff je nach Reederei und Fahrtgebiet bekannt sind.

Die IMO 2020 – Vorschrift wird ohne Zweifel Seefrachtverladungen weltweit verteuern. Aber die  aktuellen Umweltschutzmaßnahmen der Seeschifffahrt sind ein wichtiger Beitrag zur Verringerung der globalen Luftverschmutzung und zum Klimaschutz auf unserem Planeten. Langfristiges Ziel der IMO ist es, bis 2100 eine völlig emissionsfreie Schifffahrt zu erreichen (Stichwort: Clean Cargo).

Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit im Güterverkehr sind in einem Positionspapier des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e.V. nachzulesen.

Die NAVIS organisiert als Anbieter von Speditions- und Logistikdienstleistungen nationale und internationale Gütertransporte. Den damit verbundenen Umweltauswirkungen in den Bereichen Energie, Luft, Wasser, Boden, Abfall und Lärm sind wir uns bewusst. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Umweltbelastungen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu verhindern oder, wo dies nicht möglich ist, zumindest zu minimieren. Für etwaige Rückfragen steht Ihnen unser Umwelt-Managementbeauftragter Herr Heino Beimgraben – Tel. (040) – 789 48 – 280 / E-Mail: HB@navis-ag.com jederzeit gern zur Verfügung.