16. Mai, 2024Import-See, Land-Verkehre

Diese NAVIS AKTUELL – Information wird laufend aktualisiert.

 

Update vom 16.05.2024:

Nachdem die EU das Import Control System 2 (ICS2) bereits am 15. März 2021 mit Release 1 (Post- und Kurier) und am 1. März 2023 mit Release 2 (Luftfracht) für die Abgabe der summarischen Eingangsanmeldung (ENS) in Betrieb genommen hat, wurde der Starttermin und die Inbetriebnahme des Releases 3 (für See-, Schienen- und Straßenverkehr) von der EU für den 3. Juni 2024 terminiert.

Wir haben die wichtigsten Bestimmungen des ICS2 Release 3 für Ihre Lieferanten in Übersee (Seller, Shipper) und deren Spediteure in einem Informationsschreiben in englischer Sprache zusammengefasst, das Sie hier herunterladen können. 

 

Important information for shipper & forwarder sending goods to or via the EU by sea:

The 3rd. release of the European Union’s customs pre-arrival safety and security system – Import Control System 2 (ICS2) – goes live on 3 June 2024

ICS2 is an IT system that collects data on all goods entering the EU prior to their arrival. If you are involved in handling, shipping or transporting goods (including express and postal consignments) to or through the EU, Northern Ireland, Norway, or Switzerland by sea, you need to be aware of the new ICS2 requirements and take the necessary steps to comply with them. These requirements also concern e-commerce businesses.

The ICS2 Release 3 will go live on June 3, 2024. Ocean carriers can request their National Customs Authority for a later deployment window until 4 December 2024 sending the Entry Summary Declaration (ENS) into the ICS2 system of the EU.

Whenever the shipping line (ocean carrier) starts the lodging of Entry Summary Declaration (ENS) electronically into the ICS2 system of the EU (Shared Trader Interface), Shipper and / or Forwarder must inform the shipping line right in time at the port of loading prior to the loading on board of the vessel in overseas about the following detailed information of the goods being transported:

  • Six-digit HS commodity code plus a complete and accurate cargo description.
  • Seller (shipper, consignor), buyer (consignee) of the lowest bill of lading level.
  • The EORI of the consignee established in the EU, if such number was assigned to this party.
  • if applicable: CUS code for harmless and DG chemicals (if included in ECICS/ European Customs Inventory of Chemical Substances).
  • if available: UCR (Unique Consignment Reference) number.

 

Attention:

a.) The above cargo information must be given to the shipping line at the port of loading right in time prior to the loading on board of the vessel. The shipping lines should inform you about the cut off date.

b.) NAVIS will not transmit any partial Entry Summary Declaration (ENS) into the ICS2 system, in order to avoid any non-loading of cargo, which may occur due to delayed information flow.   

For more binding information, please click on website of the European Commission here:

Import Control System 2 – Release 3 – European Commission (europa.eu)

For any question please do not hesitate to ask your contact person at NAVIS.

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NAVIS has published an information letter about the ICS2 Release 3, which can be downloaded here.  

 

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Update vom 12.04.2024:

Nachdem das Import Control System 2 bereits am 15. März 2021 mit Release 1 (Post- und Kurier) und am 1. März 2023 mit Release 2 (Luftfracht) für die Abgabe der summarischen Eingangsanmeldung in Betrieb genommen worden ist, wurde der Starttermin und die Inbetriebnahme des Releases 3 (für See-, Schienen- und Straßenverkehr) nun von der EU für den 3.Juni 2024 terminiert.

In der anschließenden Übergangszeit zwischen dem 3. Juni 2024 und dem 1. September 2025 soll es, wie von der Kommission vorgeschlagen, drei einzelne Einführungsfenster geben:

  • 3. Juni – 4. Dezember 2024: See- und Binnenschifffahrtsunternehmen (Reedereien)
  • 4. Dezember – 1. April 2024: House-level-Filer im See- und Binnenschiffsverkehr (Spediteure)
  • 1.April – 1. September 2025: Straßen- und Schienenverkehrsunternehmen

 

Während die ersten beiden Releases nur den Luftverkehr (einschließlich Post- und Expresssendungen) betrafen, umfasst das Release 3 nunmehr den See-, Binnenschiffs-, Straßen- und Schienenverkehr. Ab der Anwendung von ICS2 Release 3 sind somit die Angaben der summarischen Eingangsanmeldung für alle in das Zollgebiet der Union verbrachten Waren durch einen oder mehrere Datensätze sowie die Ankunftsmeldung an das “Shared Trader Interface” von ICS2 zu übermitteln. 

Das “Shared Trader Interface” (STI) wird von der Europäischen Kommission betrieben. Unternehmen, die bisher über ATLAS-EAS summarische Eingangsanmeldungen abgeben, werden gebeten, die fachlichen und technischen Spezifikationen, Codelisten usw. im Internetangebot der Europäischen Kommission aufzurufen und rechtzeitig die IT-Entwicklung vorzusehen. Auf den Webseiten der Europäischen Kommission sind auch FAQ zu ICS2 verfügbar.

Betroffen sind auch Unternehmen, die Hauskonnossemente ausstellen und die erforderlichen Informationen dem Beförderer nicht zur Verfügung stellen werden und somit 2 Teildatensätze der summarischen Eingangsanmeldung selbst übermitteln müssen (“multiple filing”).

Reedereien, Speditionen, Bahnunternehmen und gewerbliche Warenempfänger sollten daher prüfen, ob sie von der Einführung von ICS2 Release 3 betroffen sind.

Vor Produktivsetzung der Systeme der Wirtschaftsbeteiligten sind Konformitätstests sowohl für die Anbindung an das System als auch für die ordnungsgemäße Datenübermittlung in eigener Zuständigkeit im Rahmen eines Selbstkonformitätstestes gegenüber der Europäischen Kommission durchzuführen. Diese sollten rechtzeitig vor der Inbetriebnahme vereinbart werden, um eine fristgerechte Umsetzung nicht zu gefährden.

Damit die Europäische Kommission die praktischen Vorkehrungen für diese Tests gewährleisten kann, werden alle betroffenen Wirtschaftsbeteiligten/Softwareanbieter gebeten, den Zeitraum für die Durchführung des Selbstkonformitätstestes an den Service Desk Zoll (servicedesk@zoll.bund.de) unter Mitteilung ihrer EORI-Nummer zu übermitteln.

 
Service Desk Zoll (Technical user support):

Monday to Friday: 8am – 5pm (except on public holidays)
Phone: 0800 8007-5452 or +49 228 303-26090 (for calls from abroad)
Email: servicedesk@zoll.bund.de
De-Mail: auskunft-zoll.gzd@zoll.de-mail.de

 

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Update vom 30.10.2023:

Nachdem das Import Control System 2 bereits am 15. März 2021 mit Release 1 (Post- und Kurier) und am 1. März 2023 mit Release 2 (Luftfracht) für die Abgabe der summarischen Eingangsanmeldung in Betrieb genommen worden sind, sollte im Zeitraum zwischen dem 1. März 2024 und dem 1. März 2025 die Inbetriebnahme des Releases 3 (See-, Schienen- und Straßenverkehr) erfolgen.

Ende September 2023 hat der europäische Spediteursverband CLECAT an einer von der Europäischen Kommission (GD TAXUD) organisierten Koordinierungssitzung zum Thema ICS 2 Release 3 teilgenommen. Aufgrund der gemachten Erfahrungen mit ICS2 Release 2 und der engen Verknüpfung von ICS2 und NCTS (im Straßengüterverkehr und den dortigen Verzögerungen bei der Umsetzung der Phase 5) hat die EU-Kommission – unter Zustimmung der Mitgliedstaaten – beschlossen, den Starttermin für die Einführung des Release 3 vom 1. März 2024 auf den 3. Juni 2024 zu verschieben.

In der anschließenden Übergangszeit zwischen dem 3. Juni 2024 und dem 1. September 2025 soll es, wie von der Kommission vorgeschlagen, drei einzelne Einführungsfenster geben:

  • Maritime carriers: from 3 June 2024 to 4 December 2024.
  • Maritime house level filers: from 4 December 2024 to 1 April 2025.
  • Road and Rail: from 1 April 2025 to 1 September 2025.

 

Weitere Informationen werden wir hier zeitnah veröffentlichen.

 

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Warum wird das Import Control System 2 (ICS 2) eingeführt?

Eine der wichtigsten Prioritäten der Europäischen Union ist die Sicherheit ihrer Bürger und des Binnenmarktes. Jedes Jahr werden Waren im Wert von mehreren Billionen Euro in die EU eingeführt, was rund 15 % des weltweiten Warenhandels entspricht.

Die Europäische Union führt zwischen März 2021 und März 2024 ein neues Zollsystem für Sicherheit und Gefahrenabwehr ein, das auf einem umfassenden Frachtinformationssystem mit Warenvoranmeldung beruht – dem Import Control System 2 (ICS2). Die Initiative leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung eines integrierten EU-Ansatzes zur Stärkung des Zollrisikomanagements als Teil des Rahmens für das Zollrisikomanagement (CRMF).

Das Zollsystem für Sicherheit und Gefahrenabwehr vor der Einfuhr wird zu effektiven Zollkontrollen auf Risikobasis führen und gleichzeitig den freien Fluss des rechtmäßigen Handels über die EU-Außengrenzen ermöglichen. Es ist die erste Verteidigungslinie für den Schutz des EU-Binnenmarkts und der EU-Verbraucher. Die neue Initiative wird den bestehenden Prozess in Bezug auf IT, Recht, Zollrisikomanagement/- kontrollen und Perspektiven für den Handelsbetrieb umgestalten.

Das neue Frachtinformationssystem ICS2 der EU ist die Basis für die Einführung des neuen ordnungspolitischen Zollsystems für Sicherheit und Gefahrenabwehr zum besseren Schutz des Binnenmarktes und der EU-Bürger. Die Daten zu allen Waren, die in die EU verbracht werden, werden vor ihrer Ankunft erfasst. Wirtschaftsakteure müssen ihre Daten zur Sicherheit und Gefahrenabwehr über die Entry Summary Declaration (ENS) an ICS2 melden. Die Verpflichtung zur Abgabe dieser Erklärungen beginnt nicht für alle Unternehmen gleichzeitig. Sie hängt von der Art der Dienstleistung im internationalen Warenverkehr ab und ist mit den drei Phasen zur Einführung von ICS2 verbunden:

  • Phase 1 ab 15. März 2021: für Importlieferungen in die EU per Kurier- und Postdienste
  • Phase 2 ab 01. März 2023: für Importlieferungen in die EU per Luftfracht
  • Phase 3 ab 01. März 2024: für Importlieferungen in die EU per Seefracht, über die Straße und über die Schiene

 

Zusatzinformationen zur Phase 2 ab 01.März 2023 für die Luftfracht:

Am 01. März 2023 startet für alle Luftfrachtsendungen aus Drittländern das europäische Import Control System 2 (ICS2), dass das bisherige ICS1-Verfahren mit einem neuen Ablaufprozess vollständig ablöst. Kurier- und Luftfrachtdienstleister und Spediteure müssen über ICS2 alle Waren, die in die EU eingeführt werden, vor Eintreffen in der EU mittels Entry Summary Declaration (ENS) anmelden. Durch Vorab-Frachtinformationen und Risikoanalysen soll die frühzeitige Identifikation von Gefahren ermöglicht werden. Hersteller und Exporteure in Drittländer, die Waren in oder durch die EU versenden, müssen den Airlines und Logistikunternehmen die notwendigen Informationen rechtzeitig zur Verfügung stellen

 

Luftfracht:  Pre Loading Advance Cargo Information (PLACI)

Nach dem derzeitigen ICS 1-Verfahren bis zum 28.02.2023 mussten die Fluggesellschaften vier Stunden vor Ankunft des Flugzeugs in der EU einen ENS-Datensatz pro Master Air Waybill (MAWB) übermitteln. Durch ICS 2 wird es ab 01.03.2023  einen zusätzlichen Vorverlade-Datensatz namens PLACI geben, der zusätzliche Daten auf House Air Waybill (HAWB)-Ebene enthalten wird. Diese Meldung muss so früh wie möglich eingereicht werden, spätestens jedoch bevor die Fracht in das Flugzeug verladen wird. Die von der Fluggesellschaft eingereichte Pre-Arrival-Meldung bleibt bestehen.

 

Luftfracht: Erforderliche PLACI-Daten sind :

  • Tatsächlicher Versender und tatsächlicher Empfänger (vollständiger Name und vollständige Anschrift)
  • EORI-Nummer des tatsächlichen Empfängers
  • Anzahl der Packstücke und Gesamtbruttogewicht
  • 6-stellige HS-Codes und detaillierte Beschreibung der Waren.

 

Wie wirkt sich das ICS 2-System auf Luftfracht-Sendungen aus ?

Um die Frist einzuhalten, sind der Spediteur und die Fluggesellschaft dafür verantwortlich, die erforderlichen PLACI-Daten so früh wie möglich an die europäischen Behörden zu übermitteln. Sobald die PLACI-Daten an die ICS 2-Plattform übermittelt wurden, führen die EU-Behörden eine Risikoanalyse durch. Sollte die Analyse ergeben, dass die Sendung ein Risiko darstellt oder Unregelmäßigkeiten in den Daten vorliegen, kann sie am Abgangsflughafen gestoppt werden oder muss als Hochrisikosendung gescreent werden.

 

Warum führt die EU das neue Import Control System ICS2 ein ?

Frachtinformationen und Risikoanalysen werden die frühzeitige Identifikation von Bedrohungen ermöglichen und die Zollbehörden im Ernstfall dabei unterstützen, an der geeignetsten Stelle in der Lieferkette einzugreifen.

ICS2 führt effizientere und effektivere Maßnahmen zur EU-Zollsicherheit und Gefahrenabwehr ein, die:

  • den Schutz der EU-Bürger und des Binnenmarkts vor Sicherheitsbedrohungen und Gefahren erhöhen;
  • den EU-Zollbehörden ermöglichen, Warensendungen mit hohem Risiko besser zu identifizieren und an der geeignetsten Stelle in der Lieferkette einzugreifen;
  • in Krisensituationen angemessene, gezielte Zollmaßnahmen an den Außengrenzen unterstützen;
  • die grenzüberschreitende Freigabe für rechtmäßigen Handel erleichtern;
  • den Informationsaustausch zwischen Wirtschaftsakteuren und EU-Zollbehörden erleichtern.

 

 

Weitere Informationen zum Thema “ICS2 – das neue Import Control System der EU”

  • Weitere Informationen zum Thema “ICS2 – Das neue EU Import Control System” vom DSLV vom 01.02.2023 finden Sie hier.   
  • Weitere Informationen zum Thema “Luftfracht – Importkontrollsystem ICS2”  von DAKOSY vom 01.02.2023 finden Sie hier.