7. Jul, 2022Export-See, Import-See

Sehr geehrte Damen und Herren,

der internationale Handel leidet weiterhin stark unter den Staus und Verzögerungen in der Containerschifffahrt. Haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten die Containerschiffe Corona bedingt vor allem vor den chinesischen Häfen und vor Los Angeles gestaut, warten derzeit auch in der Nordsee vor den Häfen Deutschlands, Hollands und Belgiens weiterhin sehr viele Containerschiffe auf ihre Abfertigung und können weder be- noch entladen werden. Allein in der deutschen Bucht vor Helgoland warten derzeit mehr 20 große Containerschiffe mit einer Kapazität von insgesamt etwa 150.000 Standardcontainern bis zu 2 Wochen auf das Anlaufen in Hamburg oder Bremerhaven. Inzwischen stünden dort mehr als zwei Prozent der globalen Frachtkapazität still, teilte das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) in dieser Woche mit.

Auch vor chinesischen Häfen wachse die Warteschlange. Vor Shanghai und der angrenzenden Provinz Zheijang seien gegenwärtig mehr als vier Prozent der globalen Frachtkapazität gebunden. “Ein Ende der Staus in der Containerschifffahrt ist derzeit nicht in Sicht“, teilte Vincent Stamer mit, der den Kiel Trade Indicator des IfW leitet.

Obwohl der jährliche Containerumschlag in Hamburg immer noch wesentlich geringer ist als vor der Finanzkrise im Jahr 2008, sind die Terminalbetreiber nicht in der Lage, die Schiffe zügig und planmäßig abzufertigen. Für die Spediteure und Bahnoperateure ist das Zeitfenster für die Anlieferung von Export-Containern vor der Ankunft des jeweiligen Schiffes extrem reduziert, da die Kapazitäten für Containerstellplätze in den Terminals nicht ausreichen. Die Disponenten der NAVIS werden in enger Absprache mit unseren Kunden versuchen, die Positionierung der Container optimal so zu steuern, dass das kleine Zeitfenster für die Anlieferung der Export-Container an den Containerterminals eingehalten werden kann. 

Auch die Abnahme von Import-Containern verzögert sich vor allem aufgrund von Schiffsverzögerungen regelmäßig um etliche Tage und macht eine vorausschauende Transportplanung und Importverzollung kaum mehr möglich. 

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