29. Apr., 2026Land-Verkehre

Die Situation auf dem europäischen Straßengüterverkehrsmarkt ist durch eine signifikante und zunehmende Verknappung des Lkw-Frachtraums gekennzeichnet. Diese Entwicklung hält auch 2026 an, wobei die Transportnachfrage das verfügbare Lkw-Frachtraumangebot vielerorts massiv übersteigt.

Der Krieg im Nahen Osten hat den Strukturwandel im Straßengüterverkehr nunmehr noch beschleunigt. Die Lkw-Flotten schrumpfen, die Betriebsaufgaben von Transportunternehmen häufen sich und viele osteuropäische Lkw bleiben dem deutschen Markt fern. Selbst über Frachtenbörsen ist aktuell kaum Laderaum zu bekommen. Osteuropäische Transportunternehmen finden inzwischen oft auch in ihren Heimatmärkten bessere Aufträge und bieten ihre Lkw deshalb gar nicht mehr in Deutschland und Westeuropa an.

Ursachen der Lkw-Frachtraumverknappung sind:

  • Anhaltender Fahrermangel: Ein zentraler Treiber der Kapazitätsverknappung ist der akute und weiter zunehmende Mangel an Lkw-Fahrern in Europa.

 

  • Reduzierte Fuhrparks & Kapazitätsverluste: Der Laderaum hat sich durch reduzierte Fuhrparks (u.a. durch Insolvenzen oder ausbleibende Flotten-erneuerungen) verknappt.

 

  • Hohe Betriebskosten und Kostensteigerungen: Neben der Knappheit führen gestiegene Lkw-Mautkosten, Treibstoffpreise und Personalkosten zu einem Druck auf die Frachtpreise.Selbst nach der Floater-Umstellung vom monatlichen auf den wöchentlichen Rhythmus fällt es vor allem kleineren Transportunternehmen immer schwerer, die Mehrkosten für sechs Wochen oder länger vorzufinanzieren

 

Auswirkungen auf die Wirtschaft: 

  • Steigende Transportpreise: Die Verknappung führt zu einem Anstieg der Frachtkosten.

 

  • Mögliche Unterbrechung der Lieferketten: Der Mangel an Fahrern und Kapazitäten kann zu erheblichen Störungen in der Logistik führen, was die Produktionsabläufe in der Industrie beeinträchtigen kann.

 

Situation für die Europa-Landverkehre der NAVIS:

Die NAVIS setzt für Ihre Europa-Landverkehre in aller Regel LKW-Transportunternehmen ein, mit denen eine langjährige Zusammenarbeit existiert. Aber auch die NAVIS ist darauf angewiesen, dass die Transportunternehmen zu auskömmlichen Frachtpreisen eingesetzt werden.

Auskömmliche Frachtpreise decken nicht nur die direkten Betriebskosten (wie Kraftstoff, Fahrerlohn, Maut), sondern ermöglichen auch einen angemessenen Gewinn für das Transportunternehmen. Auskömmliche Frachtpreise sind essenziell für die wirtschaftliche Tragfähigkeit und langfristige Existenzsicherung von Logistikunternehmen.

 

Mittelfristige Lösung: Elektromobilität für Nutzfahrzeuge:

Trotz der hohen Dieselpreise wird die Elektromobilität für Nutzfahrzeuge erst mittelfristig attraktiver. Denn der Umstieg ist für viele Lkw-Unternehmen kaum zu stemmen: E-Lkw kosten im Vergleich zu Verbrenner-Fahrzeugen oft mehr als doppelt so viel. Kaufpreis und Leasingraten übersteigen bislang in aller Regel der  finanzielle Leistungsfähigkeit der Transportunternehmer. Zudem fehlt es europaweit noch an ausreichender E-Ladekapazitäten.