26. Aug, 2020NAVIS Segellisten

Unsere neueste NAVIS Segelliste für die Kalenderwochen 36 bis 41 / 2020 finden Sie ab sofort zum kostenlosen Download hier.

Sollten Sie den Bezug per Postversand wünschen, wenden Sie sich gerne an unseren Mitarbeiter Herrn Sascha Kaminski (Tel. 040 – 789 48 – 288 / Kontakt)

Thema des Titelbildes der aktuellen Segelliste:

600.000 Seeleute sind wegen Corona in „Zwangs-Quarantäne gefangen”

Die Seeschifffahrt bildet das Rückgrat für den Welthandel. Mehr als 1,2 Millionen Seeleute fahren weltweit auf  rund 55.000 Handelsschiffen. Monatlich wurden bislang ca. 200.000 Seeleute im Rotationsprinzip „ausgetauscht“. Leider wurde aufgrund der weltweit höchst rigiden Einwanderungs- und Gesundheitsvorschriften rund um die Corona-Pandemie dieses seit Jahren funktionierende Personalkarussell ausgehebelt: Bis zu 600.000 Seeleute sitzen seit Monaten ohne Landgang in den Häfen bzw. auf ihren Schiffen fest und können nicht nach Hause oder zu ihren Einsätzen reisen. Außerdem besteht für sie oft keine Möglichkeit zur Weiterreise per Flugzeug oder mit anderen Verkehrsmitteln. Viele Schiffe finden zudem keinen Hafen zum Anlaufen. Einige Nationalitäten sind dabei besonders betroffen, u.a. 40.000 Seeleute von den Philippinen, 20.000 Inder, 25.000 Seeleute aus der EU sowie Großbritannien und Norwegen.

Obwohl die internationale Schifffahrt eine extrem wichtige Rolle beim Warenverkehr spielt, wurden bisher keinerlei Sonderregelungen für die Crews der Container-Schiffe getroffen. Nach den internationalen Seeverkehrsregeln darf ein Seefahrer elf Monate am Stück auf See verbringen.Einige sind jetzt allerdings bereits seit bis zu 15 Monaten auf See. Die meisten von ihnen befinden sich in einem teilweise verheerenden psychischen und physischen Zustand. Viele haben ihre Familien über ein Jahr lang nicht gesehen und arbeiten durch. Nach Ansicht von Experten lassen sich diese Maßnahmen nur schwer mit der weltweiten Eindämmungspolitik von COVID-19 rechtfertigen.

Diverse internationale Institutionen, Reedereiverbände, Schifffahrtsorganisationen, Gewerkschaften, Initiativen und auch der Papst fordern derzeit die Regierungen auf, Möglichkeiten für diese Seeleute zu schaffen, in ihr Heimatland hin und zurück reisen zu können oder in den Häfen kurz von Bord zu gehen, sei es auch nur für Ausflüge, für Arztbesuche oder, um sich mit den Dingen des persönlichen Bedarfs einzudecken. Wir müssen uns somit derzeit leider große Sorgen um die Gesundheit der Seeleute sowie die Sicherheit auf den Schiffen machen. Hoffen wir, dass diese traurigen Zustände von vielen menschlichen Schicksalen zum Wohle aller bald ein gutes Ende finden.

Copyright Foto: Adobe Stock

llustration: euphorika

 

error: Alert: Content is protected !!