24. Juni, 2026Import-See, Zoll

Eine der wichtigsten Prioritäten der Europäischen Union ist die Sicherheit ihrer Bürger und des Binnenmarktes. Jedes Jahr werden Waren im Wert von mehreren Billionen Euro in die EU eingeführt, was rund 15 % des weltweiten Warenhandels entspricht. Die Europäische Union führte zwischen März 2021 und März 2024 ein neues Zollsystem für Sicherheit und Gefahrenabwehr ein, das auf einem umfassenden Frachtinformationssystem mit Warenvoranmeldung beruht – dem Import Control System 2 (ICS2).

Das Einfuhrkontrollsystem 2 (ICS2) ist das zentrale Fracht-Vorabinformationssystem der EU für die Sicherheit und Risikobewertung von Waren. Es verlangt von Importeuren und Frachtführern, elektronische Zolldaten (Summarische Eingangsanmeldung/ENS) in das EU-Zollportal der EU  zu übermitteln, bevor die Waren in die EU gelangen und ist die erste Verteidigungslinie für den Schutz des EU-Binnenmarkts und der EU-Verbraucher.

Für alle Import-See-Verladungen (FCL sowie LCL), die die NAVIS für Ihre Kunden aus Übersee organisiert, übermittelt die NAVIS die Sendungsdetails an das EU-Zollportal. Zu den Sendungsdetails gehören u.a.:

  • die Adressdaten des Exporteurs in Übersee und des Importeurs in der EU
  • EORI-Nummer des Importeurs
  • der sechsstellige HS-Code der Ware
  • die Nummer des Reederei B/L als verknüpfender Faktor (sog. Linking Key)

 

Im Mai 2026 haben die zuständigen EU-Zollbehörden sehr kurzfristig und ohne Vorabankündigung die Regeln und Bedingungen im Umgang mit dem ICS2-Filing weiter verschärft. Dies hat nun zur Folge, dass für sämtliche Sendungen ein entsprechender Datensatz übermittelt werden muss, der die Daten des Reeders auf Master B/L Ebene ergänzt.

Fehler bei der Übermittlung in das Import Control System 2 (ICS2) können zu Lieferverzögerungen im Empfangshafen und im schlimmsten Fall zu einem Ladeverbot oder der Einbehaltung der Ware an der EU-Grenze führen.

Waren mit solchen Fehlern oder fehlenden Anmeldungen werden nach Ankunft im Empfangshafen vom Zoll blockiert und müssen in einem aufwendigen Prozess nachgemeldet werden, bevor wieder über sie verfügt werden kann.

Aktuell kommt es jedoch bei der Verknüpfung der Filingdaten des Reeders und der weiteren Anmelder auf House B/L Ebene vermehrt zur Verknüpfungsproblemen im EU-Zollportal, die die Spediteure nicht sofort erkennen können, da das ICS2-System keine Informationen über das erfolgreiche Zusammenfügen der Daten gibt.

Um dieses Problem so schnell wie möglich zu entdecken oder sogar vollständig zu vermeiden, befinden sich die NAVIS im engen Austausch mit den Reedern sowie unserem IT-Dienstleister, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.

Bei Fragen und Anliegen zu dieser Thematik kontaktieren Sie gerne Ihre gewohnten Ansprechpartner bei der NAVIS, welche Sie dann gerne direkt in Verbindung mit dem Zollbeauftragten der NAVIS setzen.