
Der deutsche Außenhandel mit den 29 Kernländern der Asien-Pazifik-Region wächst im Gesamtjahr 2026 um 2,7 Prozent, so die Prognose von Germany Trade & Invest (GTAI) auf Basis der ersten sieben Monate des laufenden Jahres. Demnach schrumpft der Export um 3,2 Prozent auf 185,3 Milliarden Euro – entgegen dem Trend der weltweiten deutschen Exporte, die um 4,7 Prozent zulegten. Der Import aus Asien-Pazifik hingegen steigt um 6,4 Prozent auf 330,9 Milliarden Euro. Dies führt zu einem Rekord beim Handelsbilanzdefizit mit der Region in Höhe von 145,6 Milliarden Euro.
Maßgeblich beeinflusst wird das Gesamtergebnis vom Handel mit China. Auf ihn entfällt die Hälfte des deutschen Warenaustauschs mit der Asien-Pazifik-Region. Rechnet man die Volksrepublik heraus, so steht für das Jahr 2026 voraussichtlich ein Exportplus von 2,8 Prozent zu Buche. Die deutsche Außenhandelsbilanz mit der Region wäre mit minus 34,9 Milliarden Euro also deutlich weniger im Defizit.
Ein insgesamt stabiler Zielmarkt für die deutsche Wirtschaft bleibt Japan. Und dies, obwohl der japanische Yen in den vergangenen sechs Jahren bis zur Hälfte seines Wertes gegenüber Euro und US-Dollar verloren hat. In der Folge ist auch die Kaufkraft gesunken. Der japanische Markt für deutsche Autos schwächelt deshalb ebenfalls: In den ersten sieben Monaten 2026 ergab sich ein Minus von 20 Prozent.
Deutlich besser präsentiert sich die Situation für Exporte nach Indien: Die deutschen Lieferungen haben sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Das Land boomt: Im zweiten Quartal 2026 ist die Wirtschaft real um 7,8 Prozent gewachsen. Das sorgt auch für Nachfrage nach Waren aus Deutschland. „Indien entwickelt sich zu einem wichtigen Pfeiler der Exportwirtschaft“, sagt GTAI-Korrespondent Florian Wenke, der in Mumbai lebt. „Deutsche Kernbranchen wie die chemische Industrie oder der Maschinenbau finden hier einen wachsenden Absatzmarkt. Zudem helfen Einfuhren aus Indien dabei, Lieferketten breiter aufzustellen und damit robuster zu machen.“
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Germany Trade & Invest (GTAI) hier.
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